Statt weiter untätig zu warten, bringe ich jetzt lieber mein Immunsystem auf Zack

Eng. „Im Moment erinnert mich alles an den Augenblick, wenn nach dem Konzert oder Theater die Zuschauer versuchen, möglichst schnell den vollbesetzten Saal zu verlassen. Bloß, dass es jetzt im Fall von Corona nur eine Tür gibt. Und die geht auch noch immer wieder zu, sobald es Probleme mit dem Impfen gibt!“ Wie Millionen Menschen auch möchte Sandra Franke (Name geändert) nichts lieber, als in ihr altes Leben zurück.

Betroffen. Die freiberufliche Messe- und Ausstellungsgestalterin aus Plauen hat die Serie an Lockdowns schwerst getroffen. Spätestens nachdem viele Geschäfte rund um den Altmarkt in der Innenstadt zur Eindämmung der Sars-CoV-2 Pandemie schließen mussten, gibt es für die 59jährige Freiberuflerin nichts mehr zu tun.

Absage. „Zwar habe ich es mir zur Regel gemacht, immer etwas zurückzulegen – und generell komme ich auch mit wenig gut zurecht. Dennoch verkrampfte sich in mir alles, als kurz nach dem Lockdown zum Jahreswechsel die Infektionszahlen bei uns im Vogtlandkreis gleich wieder durch die Decke gingen. Dabei hatten wir erst Ende Februar die 200er-Marke an Neuinfektionen durchbrochen, weshalb ich auch meine Pläne für meinen Geburtstag am zweiten März leider absagen musste!“

Schock. Am selben Abend googelte sich das Geburtstagskind und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen gezwungenermaßen allein durchs Internet. „In der vagen Hoffnung, mich zumindest fürs Impfen anmelden und  so einen Schritt in Richtung Normalität machen zu können. Mir war natürlich klar, dass ich nicht in die Impfgruppe mit höchster oder hoher Priorität gehöre, als ich auf der offiziellen Seite die Daten eingab. Als das Computerprogramm mich dann allerdings kurz und bündig herauswarf, weil ich aufgrund meines Alters und meines Berufs nicht einmal unter die ,erhöhte Priorität‘ fiel, war ich schockiert.“

Vorrang. Zusammen mit etwa 46,6 Millionen Bundesbürgern gehört Sandra Franke zur Gruppe „Alle Anderen“. Vor ihr in der Warteschlange: mindestens 37,3 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die vorher geimpft werden sollen.

Panik. „Als ich mir diese Schlange bildlich vorstellte und begriff, wie lange es sich bei mir hinziehen kann, fühlte ich mich vom neuen Virus zum ersten Mal erheblich bedroht. Fortan brauchte sich nur jemand im Supermarkt zu räuspern, schon schob ich Corona-Panik. Es machte mir Sorge, wie diese Dauerbelastung nicht bloß meinen Optimismus, sondern auch meine körperlichen Kräfte aufzehrte!“

Rückzug. Nachts schlief Sandra Franke schlecht, tagsüber verlor sie den Antrieb. Die Frau ging kaum noch einkaufen. Und auch das Selberkochen wurde immer seltener. Statt dessen gab es Fertigessen oder sie bestellte bei Lieferando & Co. Außerdem: nachdem das Fitnessstudio bereits vor Monaten geschlossen hatten und das Wetter nur grau und schlecht war, ging Sandra viel seltener vor die Tür. Und wenn doch – nur mit Maske!

Versprechen. „Je stärker ich mich zurückzog und grübelte, umso schlechter und kranker fühlte ich mich. Dann bekam ich Halsschmerzen und Husten. Ich merkte, dass ich schwer Luft bekam, das Herz klopfte und sich um meinen Brustkorb ein eiserner Ring legte. Als ich meinem Ältesten am Telefon davon klagte, musste ich ihm versprechen, gleich am nächsten Tag zum Arzt zu gehen.“

Hochdruck. Aufgrund der geschilderten Symptomatik wird in der Hausarztpraxis umgehend ein Schnelltest gemacht. Das Ergebnis ist zum Glück „Corona-negativ“: „Allerdings ist ihr Blutdruck erhöht. Mit 160 zu 100 liegen Sie sowohl über dem oberen von maximal 129 mmHG, als auch über dem unteren Normbereich von maximal 84 mmHG.“

Anmeldung. Eine Langzeitmessung bestätigt die Diagnose „Hypertonie“. Sandra bekommt Betablocker verordnet. „Der tägliche Griff zur Tablette passte mir überhaupt nicht“, sagt sie. „Vor allem tagsüber litt ich unter mangelnder Leistungsfähigkeit. Nachts fand ich dafür kaum Ruhe. Als mir der Hausarzt weitere Medikamente verordnen wollte, blockte ich ab. Ich wollte etwas anderes. Vor allem wollte ich das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen. Erfreulicherweise war mir mein Hausarzt überhaupt nicht böse – sondern empfahl mir die Vorstellung in der Ambulanz für  Integrative Medizin und Naturheilkunde des Klinikums Bamberg.“

Nebenwirkung. „Sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass die nicht-medikamentösen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie durchaus nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen auf unser Immunsystem haben können“, erklärt Klinikchef Professor Jost Langhorst (55) dort seiner Patientin. „Natürlich sind die AHA-Regeln – also Mund-Nasen-Schutz, Handhygiene und Abstandhalten –  unverzichtbar, um eine Ausbreitung der Infektion zu stoppen und so viele Menschen wie möglich vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus zu schützen.“

Handfest. Andererseits können die Einschränkung von körperlicher Aktivität, Veränderung gewohnter Tagesabläufe inklusive Ernährungsumstellung, die Minimierung beruflicher Aktivität bis hin zum Bore-Out – also der seelischen Erschöpfung durch Unterforderung und Langeweile –  bei gleichzeitigem Bestehen von existenziellen Sorgen und Ängsten zu ,handfesten‘ körperlichen Belastungen, wie Bluthochdruck, Verdauungsbeschwerden und vermehrter Infektanfalligkeit führen. Gleiches trifft natürlich auch für die Überforderung zu – wie etwa bei Doppelbelastung durch Kinderbetreuung und Homeoffice.

Belastung. „Gerade bislang banale Atemwegsinfektionen sind aktuell quasi doppelt unangenehm“, beobachtet der Experte, „da Erkältungssymptome in der aktuellen COVID-19-Pandemie nicht nur von einem selbst, sondern auch von den Mitmenschen sensibelst beäugt werden. Hinzu kommt: auch ,harmlose‘ Infektionen stellen eine zusätzliche Belastung für das Immunsystem dar.“

Stellenwert. Während die Vorbeugung solcher „Bagatell-Erkrankungen“ im Rahmen der Schulmedizin bis heute kaum thematisiert wurde, nimmt unter Corona das Thema „körpereigener Infekschutz“ einen ganz neuen Platz ein. „Gerade die rationale, komplementäre Naturheilkunde kann hier wichtige Antworten liefern“, sagt Professor Langhorst. „So konnte zum Beispiel in einer Studie, an der ich als Prüfarzt beteiligt war, nachgewiesen werden, dass ein senfölhaltiges pflanzliches Arzneimittel aus Kapuzinerkresse und Meerrettich die Infekthäufigkeit oberer Atemwegsinfekte um etwa 50 Prozent reduziert.“

Katalog. Vor dem aktuellen Hintergrund der Corona-Pandemie haben die Ärzte der Bamberger Klinik zusammen mit fünf weiteren bundesdeutschen Ambulanzen und Abteilungen für Naturheilkunde einen Katalog mit insgesamt zwölf Maßnahmen ins Internet eingestellt. Vieles davon stellt Professor Langhorst auch Sandra Franke im Rahmen der Sprechstunde vor:

Selbstfürsorge. „Zur Umsetzung benötigen Sie außer Ihrer Motivation eigentlich fast nichts. Wichtig ist durch Selbstfürsorge ein Gegengewicht zur individuellen Pandemie-Belastung zu schaffen“, sagt der Experte. „Ein ganz wichtiger Baustein ist  dafür beispielsweise genügend Schlaf!“

Pflege. Sandra Franke erfährt, dass bereits 20 bis 30 Minuten Bewegung am Tag – z.B. am offenen Fenster, auf der Terasse, im Garten oder auch – auf Abstand – in der freien Natur unsere innere Uhr so stellt, dass sich der Körper abends wieder auf „Schlaf“ einrichtet. Weiterer Benefit: frische Luft pflegt die Atemwege, da die Schleimhaut besser durchblutet und die Sekretbildung angeregt wird.

Anstieg. Schritt zwei ist die pflanzenbasierte Vollwertkost, die vor allem auf dem Verzehr von frischem Gemüse und Salaten basiert, mit Obst, Kräutern und Gewürzen angereichert und nur ab und zu mit Fisch, seltener Fleisch ergänzt werden kann. „Wenn die Meldung stimmt, dass im Lockdown in Deutschland jeder durchschnittlich zwei Kilo zugenommen hat, sind das insgesamt 160000 Tonnen Hüftgold, die  hierzulande Kreislauf und den Bewegungsapparat belasten – und auch den COVID-19-Risikofaktor Adipositas ansteigen lassen“, so Langhorst.

Empfehlung. Sein Extratipp: „Essen Sie mindestens eine warme Hauptmahlzeit am Tag und vergessen Sie nicht, ausreichend zu trinken. Auch das hilft den Schleimhäuten, bewahrt sie vorm Austrocknen. Empfehlen kann ich  auch ungesüßte Kräuter-, Ingwer- oder (in Maßen) Süßholztees.“

Reiz. Vierter Schritt bei Sandra ist die Anregung von Kreislauf und Durchblutung per kühlem Kneippguss nach der warmen Dusche. Das fördert die Elastizität der Blutgefäße,  wirkt blutdruckregulierend und hat auch wieder einen Effekt auf die Schleimhäute – durch den Kältereiz über die Langerhanschen Zellen in der Haut als Weckreiz für die Immunzellen.

Verordnung. Last but not least bekommt Frau Franke die Kombination von Senfölen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich zur Infekt-Prävention verordnet. Dreimal täglich jeweils zwei Tabletten (Standarddosierung: 3×4 Tabletten/Tag). Das Besondere an den hochwirksamen Pflanzensubstanzen: Senföle, mit denen sich die Pflanzen selbst vor Krankheitserregern als auch vor Fressfeinden schützen, können im Darm nicht verstoffwechselt werden. Deshalb werden sie über die Schleimhäute – insbesondere die Atemwege – aus dem Körper abtransportiert.

Selbstreinigung. Prof. Langhorst: „Das ist genau der Hotspot, wo sich bei Aerosolinfektionen die meisten Erreger tummeln. Dabei bekämpfen Senföle nicht nur Bakterien ähnlich wirksam wie chemisch-synthetische Antibiotika   – sondern wirken gleichermaßen auch gegen Viren und sind zusätzlich entzündungshemmend! Weiterer Pluspunkt: Senföle kurbeln die Durchblutung der Schleimhäute an, unterstützen – wie Bewegung an frischer Luft – die Selbstreinigung der Atemwege.“

Effekt. Sandra Franke fühlt sich nach einigen Wochen der Umsetzung dieser Empfehlungen – Zitat – „wie ausgewechselt. Voll guter Vorsätze setzte ich mich ins Auto und fuhr nach Hause. Dort angekommen, machte ich mir als erstes einen frischen Salat. Am nächsten Vormittag ging es gleich zum Walken vor die Tür. Als ich nach 35 Minuten wieder nach Hause kam, fühlte ich mich lebendig und gesund wie schon lange nicht mehr.“

Erholung. Entsprechend motiviert übernimmt die 59jährige Punkt für Punkt die Anregungen aus der Naturheilkundlichen Klinik. „Meine Schlafqualität änderte sich. Ich schlief tiefer, wachte erholter auf. Das hatte Auswirkung auf meinen Puls. Ich konnte spüren, dass ich ruhiger wurde. Und auch mein Hausarzt war erfreut, als ich drei Wochen später zur Blutdruckkontrolle kam und die Werte niedriger waren. Erst durfte ich den Betablocker halbieren, dann sogar ganz weglassen.“

Motivation. Was bleibt, ist das neue Corona-Virus und das Warten auf die Impfung und auf die Rückkehr zur Normalität. „Natürlich lässt es mich nicht kalt, als zuletzt bei uns im Landkreis die Inzidenz gar auf über 300 stieg“, sagt Sandra Franke zum Abschluss. „Totzdem fühle ich mich dank der umgesetzten Maßnahmen Atemwegsinfektionen nicht mehr so ausgeliefert. Bei schlechten Nachrichten muss ich nicht mehr untätig warten, sondern nutze diese als Motivation und bringe mein Immunsystem auf Zack, um  gegen erneute Erkältungen gewappnet zu sein!“ 

Fünf Fragen an Professor Jost Langhorst (55), Internist mit Schwerpunkt Naturheilkunde

Was schützt mich am besten vor Erkältungen? Alles, was gut gegen Corona ist, schützt auch vor vielen anderen Atemwegsinfektionen. Mein Toptipp ist das konsequente Training des Immunsystems mit den vielfältigen Maßnahmen aus der Naturheilkunde. Vorbeugen ist immer beser als behandeln.

Wie helfen die AHA-Regeln? Selbstverständlich sollten wir alle auf die gängigen Hygienemaßnahmen achten. Mehrmals täglich und nach dem Niesen oder Schneuzen empfehle ich gründliches Händewaschen – ein Zuviel stört allerdings die Abwehrschicht der Haut und macht sie so erst recht zum Transportmittel für Erreger. Im öffentlichen Raum werden inzwischen ja auch weitverbreitet Desinfektionsmöglichkeiten angeboten. Wichtig: Übertragungen finden insbesondere via Atemluft statt. Vor den unsichtbaren Aerosolen schützen die bekannten Mund-Nasen-Masken. Zusätzlich hilft regelmäßiges Quer-Lüften und Abstand halten. Außerdem das Verlegen von Treffen nach draußen.

Stimmt es, dass ich mich durch Sport schützen kann? Halten Sie sich viel an frischer Luft auf und gehen Sie regelmäßig spazieren oder gemütlich joggen. Die Atemwege werden so stärker durchblutet. Regelmäßiger Ausdauersport verringert nachgewiesener Maßen die Infektanfälligkeit.

Und wie sieht es mit der täglichen Ernährung aus? Da ist zuallererst „ausreichend Trinken“ zu nennen. Genug Flüssigkeit ist der beste Schutz für die Schleimhaut von Nase und Lunge. Wer zwei Liter am Tag trinkt, verhindert ihr Austrocknen und das Einnisten von Viren – gerade in Zeiten mit trockener Raumluft. Als Ernährungsform hat sich die pflanzenbasierte Vollwertkost als gesundheitlich wertvoll auch in modernen Studien bestätigt. Ich empfehle besonders, mit frischen Zutaten selbst zu kochen statt Fertigprodukte mit vielen Zusatzstoffen zu nutzen. 

Worauf sollte ich im Akutfall achten? Ziehen Sie sich zurück, nehmen Sie sich die Zeit, sich richtig auszukurieren. Gurgeln – mit milder Kochsalzlösung oder bestimmten (pflanzlichen) Zusätzen – reduzierte laut einer Studie die Viruslast, daher empfehle ich diese einfache Strategie als Unterstützung. 

Schleppen Sie sich nicht zur Arbeit. Eine solche vermeintliche Tapferkeit war nie eine gute Idee, seit Corona erst recht nicht! Regelmäßiges Testen (mind. zwei Mal pro Woche) schafft Klarheit.

Wenn Sie ärztliche Hilfe brauchen, rufen Sie erst einmal in der Praxis an und lassen sich telefonisch beraten. Und vor allem: bleiben Sie optimistisch – die meisten Erkrankungen zeigen einen mildem Verlauf!

Corona – „Bloß nicht anstecken“ 

Die Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 haben das Leben in Deutschland dauerhaft und tiefgreifend verändert.  Wie verhalte ich mich im Alltag, um eine Übertragung von Viren zu vermeiden? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt dazu auf www.infektionsschutz.de nützliche Ratschläge.

Generell werden die Maßnahmen empfohlen, die bei allen ansteckenden Krankheiten, wie zum Beispiel der Influenza und anderen Atemwegserkrankungen, ratsam sind. Dazu zählen unter anderem das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette (in ein Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen), eine gute Händehygiene (Hände mehrmals am Tag gründlich einseifen und Abwaschen; jeweils etwa 20-30 Sekunden lang) sowie Abstandhalten (eineinhalb Meter). Händeschütteln ist inzwischen komplett verpöhnt. Als weitere Schutzmaßnahmen bis zur Impfung wird das regelmäßige Lüften, die erhebliche Reduzierung der sozialen Kontakte und die Installation der Corona-Warn-App aufs Smartphone empfohlen.

Steckbrief Kapuzinerkresse

Bis ins 13. Jahrhundert hinein waren Mönche fast 500 Jahre lang verantwortlich für die medizinische Versorgung Europas. In den Klöstern sammelten sie das Wissen aus der „alten Zeit“. Kein Wunder, dass der Volksmund der Gartenpflanze mit gesunder Wirkung wegen der Ähnlichkeit der Blüten mit Mützen der Kapuzinermönche den Namen „Kapuzinerkresse“ gab. 

Wo kommt sie her? Ursprünglich stammt die Kapuzinerkresse aus Peru. Von dort gelangte sie um 1600 zu uns. 2013 wurde sie zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Woran erkenne ich Sie? Das Kletterkraut hat ungeteilte, schirmförmige Blätter und wächst bis zu 30 Zentimeter hoch. Die strahlend orangefarbenen und roten Blüten werden in der Küche gerne als Speise-Garnitur verwendet.

Was ist drin? Aufgrund der in der Pflanze enthaltenen Senföle werden Viren sowie Bakterien bekämpft; diese Pflanzenstoffe wirken zusätzlich antientzündlich; außerdem werden Bakteriengifte inaktiviert; drittens können die Senföle immer wieder auftretenden Erkältungskrankheiten entgegenwirken bzw. erneute Infektionen vorbeugen.

Wann hilft es? Die Pflanze wird – vor allem in Kombi mit dem ebenfalls Senföle enthaltenden Meerrettich – bei Harn- und Atemwegsinfektionen eingesetzt.

Steckbrief Meerrettich

Meerrettich war schon in der Antike bekannt. Der Deutsche Name  hat dabei nichts mit „Meer“ zu tun, sondern leitet sich von dem  alten deutschen Wort „Mähre“ ab. Denn Meerrettich wurde früher wohl gerne an Pferde verfüttert 

Wo kommt er her? Seine Heimat liegt in Ost- und Südeuropa. In den Steppen des östlichen Russlands und der Ukraine wächst noch die Wildform des Meerrettichs. In Deutschland wird die seit dem 12. Jahrhundert bekannte Pflanze nur noch wenig angepflanzt. Eines der Hauptanbaugebiete ist Baden.

Woran erkenne ich ihn? Meerrettich ist eine bis zu 1,20 Metern hoch wachsende Staude. Die Wurzel wird 60 cm lang und vier bis sechs cm dick. Meerrettich ist ein frostfestes Gemüse und wird von Ende September bis April frisch im Handel angeboten. Die Hauptsaison ist von Anfang Oktober bis Ende November.

Was ist drin? Meerrettich enthält besonders viel Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Darüber hinaus Senföle, die antibakteriell, antiviral und antientzündlich wirken.

Schnelltest – Ist mein Immunsystem stark genug?

1. Leiden Sie häufiger als dreimal pro Jahr an einer Erkältung?

2. Sind Sie pro Woche seltener als zwei mal eine halbe Stunde an frischer Luft?

3. Treffen Sie beruflich oder privat mit über zehn Menschen zusammen?

4. Leben oder arbeiten Sie in klimatisierten Räumen?

5. Haben Sie Kinder, die in Kindergarten oder Schule gehen?

Auswertung: Vorbeugen ist besser als heilen. Schon bei einem Ja kann Ihr Immunsystem belastet sein oder Sie können ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Gerade wenn Sie keine akuten Beschwerden haben, sollten Sie versuchen, Ihre Abwehrkräfte, vor allem durch regelmäßige Bewegung (Fahrradfahren, Spaziergänge), vitaminreiche Ernährung und Wasseranwendungen nach Kneipp zu stärken.

Zur Person:

Professor Jost Langhorst (55) ist Chefarzt der neuen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde, die 2019 mit der gleichnamigen Forschungsabteilung am Klinikum Bamberg gegründet wurde. Außerdem ist der gelernte Internist und Gastroenterologe Inhaber des Stiftungslehrstuhls „Integrative Medizin“ der Universität Duisburg-Essen, der im Januar 2020 am Bamberger Klinikum offiziell eröffnet wurde. Das Lehrstuhlteam entwickelt neue Behandlungsansätze und evaluiert und etabliert vorhandene Verfahren. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf chronischen Darmerkrankungen, chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates und Fibromyalgie.

Zur Klinik:

„Bei uns werden ambulant, stationär und jetzt auch tagesstationär Patientinnen und Patienten nach einem individuell auf sie abgestimmten Therapiekonzept behandelt. Dabei werden moderne schulmedizinische Verfahren, wissenschaftlich belegte Naturheilkunde und achtsamkeitsbasierte Modifikationen des Lebensstils miteinander verbunden und in Studien wissenschaftlich weiter erforscht“, erläutert Langhorst das Konzept der Klinik.
Leichtere, internistische Erkrankungen wie Bluthochdruck werden in der Ambulanz bzw. im medizinischen Versorgungszentrum versorgt. Die Indikationen für die Tagesklinik bzw. stationäre Aufnahme sind chronische, gastroenterologische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und das Reizdarmsyndrom, Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises, chronische Schmerzen und (begleitend) onkologische Erkrankungen. Stationär werden auch Long-Covid-Patienten behandelt, die am Fatique-Syndrom leiden.

Adresse: Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde am Klinikum Bamberg, Chefarzt Professor Dr. Jost Langhorst, Buger Straße 80, 96049 Bamberg, Tel.: 0951/503-11251www.sozialstiftung-bamberg.de; integrative.medizin@sozialstiftung-bamberg.de

Kosten: Die stationäre Behandlung in der Klinik für Naturheilkunde in Bamberg wird von den Krankenkassen bei entsprechender Indikation übernommen. 

Hinweis: Bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der Erfahrungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Therapieergebnisse sind generell individuell. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information

© medizin-reporter.blog/André Berger

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages