Dank Augen-Akupunktur sehe ich mit dem Zweiten wirklich besser!

Verblüffend. Es gibt Dinge, die können selbst Ärzte nicht nachvollziehen. So zumindest der Eindruck, der sich Hanna Krais an diesem Märztag 2021 aufdrängt. Wegen einer Verlaufs-Kontrolle im Rahmen der Netzhautbehandlung des rechten Auges hat sie Ehemann Hans vom schwäbischen Oberderdingen gut hundert Kilometer zur Universitäts-Augenklinik nach Tübingen chauffiert. Rund 60000 Patientinnen und Patienten werden hier pro Jahr beraten und behandelt. Bei Hanna Krais ist man nach genauer Untersuchung des Augenhintergrunds eines – vor allem verblüfft!

Froh. „Nicht nur, dass ich beim Sehtest locker drei Zeilen mehr vorlesen konnte. Auch bei der Optische Kohärenztomographie (OCT) stellte der Augenarzt fest, dass sowohl das linke als auch das rechte Auge klinisch trocken sind“, erinnert sich die 73jährige, sportliche Frau. „Da er für die frohe Botschaft keine Erklärung hatte, fragte er, was ich gemacht hätte. Und da erzählte ich es ihm. Die ganze Geschichte. Vom Zeitungsartikel und von dem Heilpraktiker und von der Augenakupunktur.“

Sehbeschwerden sind Hanna Krais eigentlich fremd. „Erst mit Anfang 40 ging ich wegen Alters-Weitsichtigkeit zum Augenarzt. Mir fiel es zunehmend schwerer, die kleinen Buchstaben zum Beispiel auf den Etiketten der Kleidungsstücke zu entziffern, die ich verkaufte“, berichtet sie . „Mit einer Lesebrille bekam  ich das super in den Griff. Danach war ich alle zwei, drei Jahr in der Praxis zur Kontrolle. Bis auf ab und zu eine Verordnung für neue Gläser war mit meinen Augen jahrzehntelang alles in bester Ordnung.“

Das änderte sich 2015. Damals stellte der behandelnde Augenarzt erste Anzeichen einer so genannte Altersbedingte Makuladegeneration – kurz AMD – fest. Rechts etwas stärker als links.

Hintergrund. Die Schädigung der Netzhaut  an der Stelle des schärfsten Sehens – der Makula –  ist inzwischen häufigste Erblindungsursache in der westlichen Welt. 85 Prozent der Betroffenen leiden – wie Hanna Krais damals – an der trockenen Form. Dabei kommt es zu Stoffwechsel-Ablagerungen, die die Sehkraft langsam, aber sicher verschlechtern.

Risiko. Größte Gefahr stellt der Übergang in die so genannte feuchte Form da. „Dann wuchern krankhafte Gefäße hinter den Punkt des schärfsten Sehens ein“, schärft ihr der Augenarzt ein. „Weil die Wände dieser Gefäße instabil sind, treten Blut und Flüssigkeit aus, die die Sehzellen mehr und mehr zerstören“.

Alternative. Noch musste Hanna Krais keine Einschränkungen beim Sehen beklagen – „und weil es ja auch keine vorbeugende  Therapie gibt, beschloss ich, mich nicht verrückt zu machen und einfach weiterzuleben wie bisher“, beschreibt sie ihre Gemütslage damals. „Das bedeutete: mich um meine Enkel zu kümmern, zu stricken und mit meinem Mann schöne Ausflüge auf dem Fahrrad zu unternehmen!“

Spritzen. Dann kam der August 2019 und die nächste Netzhautuntersuchung per hochmoderner optischer Kohärenztomographie (OCT). „Die Veränderungen der Netzhaut hatten signifikant zugenommen. Außerdem gab es Hinweise auf eine beginnende Flüssigkeitsansammlung am Punkt des schärfsten Sehens. Zur weiterer Therapie wurde ich an das Augen-OP-Zentrum nach Pforzheim überwiesen. Dort bekam ich die ersten drei Spritzen ins rechte Auge – nicht angenehm. Aber auch nicht so schlimm, wie man sich das als Laie vorstellt.“

Verschlechterung. Die Idee der „Intravitrealen Injektion“: Durch so genannten VEGF-Hemmer soll einerseits die Gefäßneubildung gebremst; vor allem aber die Durchlässigkeit und die zerstörerische Bildung von Ödemen verhindert werden. „Leider hat das bei meiner Frau nicht funktioniert“, übernimmt Ehemann Hans kurz den Krankenbericht. „Im März 2020 waren wir beim Augenarzt wieder zur Kontrolle. Das Ergebnis war so besorgniserregend, dass wir als Notfall gleich weiter in die Augenklinik nach Karlsruhe geschickt wurden Den restlichen Tag verbrachte ich wartend und mich sorgend vor der Klinik im Auto.“

Endgültig. Drinnen werden beide Augen von Hanna Krais noch einmal genauestens kontrolliert. Ergebnis am Ende des Tages: Im rechten Augen war endgültig das Stadium der feuchten Makuladegeneration erreicht. Um ein Erblinden zu verhindern, bekam sie im April, Mai und Juni drei weitere Injektionen.

Glück. „Ich hatte Pech: besser wurde es nicht. Im Gegenteil: mir fiel es immer schwerer, mit dem rechten Auge noch was zu erkennen“, sagt sie „Ende 2020 erreichte meine Sehkraft nur knapp 50 Prozent. Beim Sehtest konnte ich bloß die ersten beiden Reihen gut vorlesen. Dann hatte ich Glück: Ich  schüttete der Nachbarin mein Herz aus. Und die hatte zufälligerweise gerade etwas zum Thema AMD in einer Zeitschrift gelesen. Gleich am nächsten Tag brachte sie mir einen Artikel über die neue Augenakupunktur. Ich beschloss, mich mit dem erwähnten Heilpraktiker  Jens Backof in Verbindung zu setzen.“ 

Schmerzfrei. „Bei mir brauchen Sie nicht zu befürchten, dass Ihnen direkt ins Auge gestochen wird“, beruhigte sie der Experte aus Östringen-Odenheim (nahe Karlsruhe) im Vorgespräch am Telefon. „Es werden ausschließlich Punkte am Körper z.B. oberhalb der Augenbrauen und rund um die Gelenke an Händen, Knien und Füßen genadelt.“

Wirkung. Studien belegen eine Wirksamkeit der Augenakupunktur zwischen 60 und 80 Prozent. So konnte an der Augenklinik der Universität Graz experimentell eine vermehrte Durchblutung der Augenarterien durch Akupunktur und eine damit verbundene Verbesserung der Sehkraft nachgewiesen werden. Dort arbeitete man viele Jahren mit einer chinesischen Ärztin zusammen.

Ablauf. Die Erstbehandlung erfolgte blockweise bei Hanna Krais über zwei Wochen im Februar 2021 – jeweils von Montags bis Freitag. „Dazu wurde ich in den zehn Tagen zweimal täglich jeweils für 30 Minuten akupunktiert. Nach einer Pause von mindestens einer Stunde erfolgte die zweite Behandlung des Tages.“

Nachhaltig. Nur einen Monat später  hat sie besagten Kontrolltermin in Tübingen . Dort ist man erstaunt. „Haben Sie eine neue Brille?’ wurde ich gefragt“, schmunzelt Hanna. „Als ich nach dem Wieso fragte, bekam ich zur Antwort: „Weil ihr Sehkraft so erstaunlich viel besser geworden ist!“

Stabilisierung. Trotz messbarer Fakten mögen die Ärzte in der Klinik die Besserung allein lieber nicht auf die Augenakupunktur zurückführen. „Meinen Bericht nahmen die Ärzte kommentarlos auf. Doch das ficht mich nicht an. Ich weiß, was mir geholfen hat“, erzählt die Frau dankbar. „Um das Ergebnis zu erhalten, fahren wir jetzt alle vier bis sechs Wochen gemeinsam für einen Tag zu Herrn Backof zur Augenakupunktur. Natürlich weiß ich, dass es bei der AMD keine Garantie gibt. Aber mit dem Zweiten sehe ich jetzt wirklich wieder besser! Außerdem ist es zu keiner Verschlechterung mehr gekommen. Das macht mich froh und glücklich. Natürlich ist das Thema Erblindung im Hintergrund ständig da – aber längst nicht mehr so bedrohlich.“

Vier Fragen an Heilpraktiker Jens Backof (55)

Worin unterscheidet sich die Augenakupunktur von der traditionell chinesischen Akupunktur? Die neue Augenakupunktur wurde von dem dänischen Professor John Boel entwickelt. Bei ihm persönlich habe ich das Verfahren vor 20 Jahren erlernt.

Wie groß ist die Chance auf Heilung? Bei der Behandlung von degenerativen Erkrankungen kann man grundsätzlich nicht von Heilung sprechen. Das wäre zu viel verlangt. Aber in 60 bis 70 Prozent kann die Augenakupunktur den Zustand messbar verbessern oder zumindest ein Fortschreiten der AMD positiv beeinflussen.

Wie kann ich meine Augen selbst schützen? Besonders empfindlich reagiert unser Auge auf Sonnenlicht. Der hohe Anteil von UV-Strahlen kann die empfindlichen Sinneszellen im Auge zerstören. Gerade der Punkt des schärfsten Sehens ist gegenüber dieser energiereichen Strahlung sensibel. Bester Schutz – bereits für Kinder – sind Sonnenbrillen mit UV-Filter 400, denn nur dieser filtert die gefährliche Blaustrahlung heraus.

Und was ist mit einem gesunden Lebensstil? Rauchen und schlechte Ernährung fördert die Bildung der aggressiven Substanzen. Vor allem Vitamin C (in Orangen, Zitronen, Hagebutte) und Vitamin E (in Weizenkeimöl, Nüsse und Avocado) können die „freien Radikale“ unschädlich machen. Aber auch Pflanzenfarbstoffe wie Lutein und Zeaxanthin schützen. Beide kommen überwiegend in grünem Gemüse wie Grünkohl, Spinat und Brokkoli vor. Zink, Kupfer und das Vitamin B6 haben wiederum einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und den Stoffwechsel und können so AMD vorbeugen.

Hintergrund AMD

Anfangs scheint alles ganz harmlos. Vielleicht fällt es beim Fernsehen auf, dass waagerechten Linien kleine Wellen haben. Oder im Bad erscheint das Kachelmuster verzerrt. Später verlieren Zeitungsbuchstaben ihre Form und Scheinwerfer entgegenkommender Autos werden immer greller. Spätestens jetzt sollten Sie zum Augenarzt und per „Amsler-Gitter“ ihre Netzhaut kontrollieren lassen.

Denn obwohl die altersabhängige Makuladegeneration – kurz AMD – unscheinbar beginnt, ist  sie in den Industrienationen die häufigste Ursache für Erblindungen jenseits der 55. Betroffen ist leider der Punkt der Netzhaut, mit dem wir am schärfsten sehen!

In der Mitte der Netzhaut mit ihren sechs Millionen Farb- und 120 Millionen Schwarz-Weiß-Pixeln, befindet sich die so genannte Macula, auch „gelber Fleck“ genannt. „Während die übrigen Sehzellen der Netzhaut für das Gesichtsfeld zuständige sind, drängen sich hierauf dem nur zwei Millimeter winzigen Punkt besonders viele Zapfen – die uns farbig und vor allem scharf sehen lassen.

Das Problem: Jede dieser Zellen produziert bei ihrer Arbeit Abfallstoffe. Dieses Abnutzungspigment „Lipofuszin“ wird direkt unter der Makula zwischengelagert. Stockt im Alter der Stoffwechsel, bleibt der Zellmüll dort liegen. Die Netzhaut wird so immer dicker, was die Sehzellen schließlich in den Tod treibt. 

Die Symptome: Krumme Linien, verschwommene Bilder, später ein grauer Fleck im Zentrum des Sehens sind die typischen Anzeichen der AMD. Unbehandelt droht irgendwann die Erblindung.

Bis es jedoch dazu kommt, können zum Glück viele Jahre vergehen – vor allem bei der „trockenen“ Variante (85 Prozent) der Erkrankung.

Dramatisch schnell verläuft die seltenere „feuchte“ AMD – jeder sechster Fall. Hier bilden sich feine Blutgefäßsprossen unter der Netzhaut. Die Makula schwillt an, die Gefäße können einbluten. Neunzig Prozent der AMD-bedingten, schwerwiegenden Sehverluste gehen auf diese Form zurück.

Wunderwerk Netzhaut

Die Netzhaut  liegt wie eine dünne Schicht am hinteren Auge. Auf ihr sitzen zirka 130 Millionen Photorezeptoren, die aus den einfallenden optischen Reizen Impulse über den Sehnerv in die Sehrinde des Gehirns weiterleiten. Dieses bildet daraus das Bild, das wir sehen. Die Zapfen steuern Farbwahrnehmung und Sehschärfe, die Stäbchen das Sehen von Hell und Dunkel. Altersbedingt kann die Makula, der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, krankhafte Gefäßwucherungen ausbilden. Diese sind nicht dicht. Einblutungen drohen. Aber auch Ablagerungen unter der Makula, die nicht mehr abtransportiert werden, können die Sehzellen zerstören.

Kurzcheck: Wie hoch ist mein AMD-Risiko?

  1. Ich bin über 50 Jahre alt
  2. Ich wurde schon einmal wegen des Grauen Stars operiert
  3. Ich rauche
  4. Ich ernähre mich unausgewogen
  5. Meine Augen sind oder waren lange starkem Sonnenlicht ausgesetzt
  6. Ich habe blaue Augen
  7. In meiner Familie gab es bereits Fälle von AMD
  8. Ich bin eine Frau

Auswertung:

Mit jeder positiven Antwort steigt Ihr Risiko an AMD zu erkranken. Wichtigster Risikofaktor ist das Alter: jeder Vierte über 65. Jahre zeigt Zeichen einer AMD. Deshalb sollten sich von Ihrem Augenarzt ab 50 halbjährlich untersuchen und beraten lassen.

Mehr Infos:

Therapeutenadresse: Naturheilpraxis Jens Backof, Bergwiese 20, 76684 Östringen-Odenheim (nahe Karlsruhe), Tel.: 07259-9296804, Internet: www.naturheilpraxis-backof.de

Kosten: Heilpraktiker-Behandlungen werden generell nicht mehr von der gesetzlichen Kasse erstattet. Ein 14tägiger Behandlungszyklus (2x 10 Behandlungen) liegt bei 1500 Euro. Danach schließt sich eine monatliche Erhaltungs-Therapie an.

Hinweis: Bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der Erfahrungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Therapieergebnisse sind generell individuell. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information

© medizin-reporter.blog/André Berger

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About André Berger

Geboren in Hamburg. 1986-1990 freier Reporter. 1991 Redakteur Heinrich Bauer Verlag. Seit 1992 freier Medizinreporter Meine Arzt- & Patienten-Reportagen (Text & Fotos) erscheinen regelmäßig in den großen, wöchentlichen Publikums- und Frauenzeitschriften des Burda-Verlags, der Funke-Gruppe und des Bauer Verlages