Chronisch. „Jetzt im Sommer war es immer besonders schlimm“, berichtet die zweifache Mutter. „Dann wurden die Schuhe eng und enger. Und die Knöchel immer dicker. Irgendwann hatte ich rechts in der Kniekehle eine erste Krampfader. Da half weder regelmäßiges Hochlegen der Beine am Feierabend, noch kaltes Kneippen am Morgen. Auch regelmäßiges Walken am Wochenende konnte den Prozess nicht aufhalten. Immer weiter schlängelte sich das dunkelblaue, dicke Gefäß Richtung Wade – richtig hässlich war das.“
Rückfall. Regelrecht verzweifelt war Silke Kaiser, als sich Anfang diesen Jahres am selben Bein wieder eine Krampfader zu sehen war. Diesmal empfahl der Gefäßchirurg die komplette Entfernung der Hauptstammvene per Stripping.
Wechsel. Tatsächlich konnte Chefarzt Dr. Horst Peter Steffen seiner Patientin dann ein ganz neues Verfahren zur Behandlung vorschlagen: Ein neuer, rückzugsgesteuerter Radiallaser macht an der Capioklinik Hilden seit wenigen Monaten das Entfernen von Krampfadern immer häufiger überflüssig.
Risiko. Durchs lange Sitzen oder Stehen steigt die Gefahr, dass das Blut in den vorgeschädigten Venen verklumpt, es somit zur Thrombose oder zu Embolien kommt. „Je eher wir handeln, desto unwahrscheinlicher sind Folgebeschwerden. Erreicht wird das mit einer modernen, stadiengerechten Therapie,“ so Steffen.
Sicher. „Der Vorteil zur Vollnarkose besteht darin, dass die Patienten uns mitteilen können, wenn wir in die Nähe von Nerven kommen“, sagt der Gefäßspezialist. „Belastende Gefühlsstörungen, die früher häufig nach einer Krampfader-OP auftraten, werden reduziert.“
Nachkontrolle. Beim Kontrolltermin eine Woche später ist die kleine Eingriff-Stelle bereits komplett verheilt. „Um weiter Krampfadern zu verhindern, bekam ich per neuem 3-D-Vermessungssstem dann Kompressionsstrümpfe angepasst – das war alles“, strahlt sie über den raschen Heilungserfolg. „Ich habe nur noch möglichst oft die Beine hochgelegt, aber Schmerzen hatte ich keine mehr – höchstens ein ganz klein bisschen gezwickt. Spätestens zwei Wochen später erinnerte nichts an die OP.“
Wie funktioniert der neue LaserEingriff?
Der ca. 0,6 Millimeter dünne Venenlaser wird über einen Katheter in die erkrankte Vene eingeführt und unter Ultraschallkontrolle durch den erkrankten Gefäßanteil hindurchgeschoben. Anschließend wird die Laser-Sonde dann in das Rückzug-System eingespannt. Bei Auslösen des Lasers wird dann der Lichtleiter maschinell langsam und gleichmäßig zurückgezogen. Durch die Hitzeeinwirkung des Lasers auf die Venenwand verschließt sich das Gefäß. Diese Behandlung ist schonender als das herkömmliche Stripping, bei dem die krankhaft veränderte Vene mittels einer Sonde herausgezogen wird.
Nach dem Gefäßverschluss wird der Blutrücktransport von gesunden, so genannten Kollateralvenen übernommen. Der Blutstau, der ursprünglich zur Krampfader geführt hat, baut sich ab.
Was passiert mit der behandelten Krampfader?
Die verschlossene Vene baut der Körper in den meisten Fällen vollständig ab, ihre Funktion wird von gesunden Venen übernommen. Die Methode ist äußerst schonend und der Patient nach dem Eingriff schnell wieder belastbar.
Seit November 2009 ist Dr. Horst Peter Steffen Chefarzt der Capio Klinik im Park in Hilden. Der Gefäßchirurg war einer der Ersten hierzulande, die in Laser- (980nm) und Radiofrequenztherapie eine Alternative zum Venenstripping gefunden haben. Seit 2013 setzt er aufs konzentrierte Laserlicht mit der Wellenlänge 1470 Nanometer.
Diagnose: Im Venenzentrum Nordrhein-Westfalen (über 6000 Operationen pro Jahr) wird die Voruntersuchung ambulant durchgeführt, dauert ca. 30-40 Minuten. Per „Doppler“ wird die Blutbewegung sowohl hörbar als auch auf einer Kurve sichtbar erfasst. Mit der „Duplex-Sonographie“ können Venenklappen, als auch Blutstrom in den Gefäßen farblich sichtbar gemacht werden.
Hierzulande haben rund 15 Millionen Frauen eine Venenschwäche. Nicht nur, dass sich ihre Beine müde und schwer anfühlen, die Knöchel dick geschwollen sind und Krampfadern und Besenreiser besonders hervortreten. Wer schwache Venen hat, hat ein höheres Risiko an Thrombosen oder gar einer Embolie zu erkranken.
Überlastung. Langes Stehen und wenig Bewegung sind Gift für die Beine. Das Blut staut sich, die Venen werden überdehnt, die Klappen überlastet, die für den Blut-Rücktransport zum Herz sorgen sollen.
Professionell: Täglich Venengymnastik aktiviert die Muskelpumpe, entstaut und beugt Blutgerinnseln vor. Extratipp: Gehen Sie zu Hause möglichst oft barfuß.
Strümpfe: Moderne Kompression bleibt weiterhin die Basis jeder Venenbehandlung. Perfekt sitzende Stümpfe geben den Venenklappen neuen halt, so dass sie wieder richtig schließen können. Ein Versacken des Bluts in den Beinen wird so verhindert. Keine Sorge: Zum Anziehen gibt es gute Hilfen.
Mehr Infos:Kontakte & Tipps
Klinikkontakt: Capio Klinik im Park, Venenzentrum Nordrhein-Westfalen, Hagelkreuzstraße 37, 40721 Hilden, T.: 02103-896-0, www.capio-klinik-im-park.de
Infos Venenschwäche: Deutsche Venen-Liga, Sonnenstraße 6, 56864 Bad Bertrich, Kostenlose Hotline: 0800-4443335 (täglich – auch am Wochenende von 8-22:30 Uhr) Internet: www.venenliga.de
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Die Venen Operation muss Private bezahlen ?
Danke Leda Schmidt.
Liebe Frau Schmidt,
das Venenzentrum NRW hat eine Kassenzulassung. Die Laser-Behandlung wird von allen privaten und immer mehr gesetzlichen Krankenkassen bezahlt (Liste z.B. unter http://www.micado-online.de,). Bei Selbstzahlung liegen die Kosten bei ca. 1500 EUR. Fragen Sie am besten bei Ihrer Krankenkasse nach.
Herzliche Grüße
André Berger