Verdacht. Von einem Tag zum anderen verhinderten heftige Krämpfe, wässrige Durchfälle und quälende Schmerzen, dass die sportliche, zielstrebige Frau ihre Wohnung auch nur für zehn Minuten verlassen konnte. „Erst nach drei, Tagen fühlte ich mich so stabil, dass ich zum Dokor konnte.“
Belastung. Tatsächlich wurden die Beschwerden zunächst besser. Statt acht bis zehnmal pro Tag musste die junge Frau nur noch drei bis viermal groß zur Toilette. Doch richtig gut – so wie früher – wurde es nicht. Im Gegenteil. Besonders in Stress-Situation verstärkten sich Bauchgrummeln, Schmerzen und Co.
Suche. So begann der übliche Diagnose-Marathon. Zuerst musste die junge Frau zum Gynäkologen. Anschließend zur Darmspiegelung. Gefunden wurde nichts: „Sie sind kerngesund. Ihr Darm weist keine erkennbare Veränderungen auf. Vermutlich leiden sie am Reizdarm-Syndrom“, fasste der Hausarzt die Untersuchungsergebnisse zusammen.
Integriert. Das besondere an der Einrichtung nahe Bochum: Die 60-Betten-Abteilung ist in einem Krankenhaus integriert und behandelt vornehmlich chronisch- und langzeiterkrankte Patienten, die im ambulanten Bereich keine ausreichende Besserung erfahren haben.
Hintergrund. Eine Untersuchung an der Klinik hatte erst vor kurzem ergeben, dass Enteroteknosal Blähungen, Durchfall und Schmerzen deutlich vermindern kann. „Durch die spezielle Aufbereitung wird die Oberfläche des Siliciumdioxids extrem vergrößert. So können Giftstoffe im Darm gebunden und gleichzeitig die Schleimhaut gepflegt werden,“ erläutert Oberarzt Dr. Fey.
Wirkung. Der Effekt der Kombitherapie ist erstaunlich. Dank des Teknosalpulvers verschwindet der Durchfall innerhalb von einer Woche. „Vorher wurden auch die allgemeinen Beschwerden wie Blähungen besser“, strahlt sie. „In der zweiten Woche kehrte dann auch in meinem Blubber-Bauch zum ersten Mal seit drei Jahren richtige Ruhe ein. Heute muss ich nur noch ein- bis- zweimal zur Toilette.“
Woran erkenne ich das Reizdarm-Syndrom? Typisch für den „nervösen Bauch“ ist der Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen. Reizdarm ist nicht bösartig oder ansteckend und führt auch nicht zu Krebs. Doch wenn gleich die Lebenserwartung nicht eingeschränkt ist, ist die Lebensqualität häufig stark beeinträchtigt.
Wann sollte ich zum Arzt? Halten Verdauungsbeschwerden länger als 14 Tage an, sollten diese generell ärztlich kontrolliert werden. Sofort zum Arzt sollten Sie bei Alarmsymptomen wie Fieber, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, bei heftigen Schmerzen oder Krämpfen. Gleiches gilt wenn wässriger Durchfall länger als zwei, drei Tage anhält.
Was kann ich noch selber tun? Unser täglicher Stress schlägt uns gleich doppelt auf den Bauch. Zum einen kauen wir schlechter – und große Nahrungsbrocken sind schwerer verdaulich. Zum anderen wird unter Dauerstress das vegetative Nervensystem belastet. Dies steuert u.a. die Verdauung. Deshalb schlägt seelische Belastung direkt auf den Darm. Ein gutes Gegenmittel ist regelmäßige Entspannung – z.B. per Autogenem Training. Aber auch Bewegung zum Stressabbau.
Frisches Obst, knackiger Salat, leckeres Gemüse – 17 Millionen Deutsche können davon nur träumen. Vielen bereitet gerade das aktuelle Marktangebot Bauchschmerzen: Obwohl medizinisch diagnostizierbare Veränderungen (z.B. durch eine Darmspiegelung) fehlen, leiden sie schmerzhaft unter Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Typisch ist, dass seelische oder körperliche Belastungen die Beschwerden verstärken. Experten vermuten eine angeborene Übersteuerung des vegetativen Nervensystems.
Das können Sie tun: Tagebuch führen. Notieren Sie, was Beschwerden verursacht und vor allem wann sie auftreten (Tages- und Arbeitsrhythmus, Stress, Essen, Medikamente).
Locker lassen: Verringern Sie berufliche oder private Dauerbelastungen. Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training helfen Ihnen, den Alltagsstress besser zu „verdauen“.
Wärmen & bewegen:Wärmflasche und feuchte Wickel lösen Verspannungen und Krämpfe. Kamillentee beruhigt den Darm. Bewegung löst verspannte Muskulatur, stärkt die Darmfunktion.
- Leiden Sie wiederholt unter Bauchschmerzen bzw. -krämpfen, Blähungen oder Durchfall bzw. Verstopfungen?
- Bestehen die Beschwerden länger als drei Monate und treten sie an mindestens drei Tagen pro Monat auf?
- Hat sich mit Beginn Ihrer Leiden auch die Häufigkeit Ihres Stuhlgangs verändert?
- Hat sich mit Beginn Ihrer Beschwerden auch die Beschaffenheit Ihres Stuhlgangs verändert?
- Bessern sich Ihre Beschwerden nach dem Stuhlgang?
Auswertung:
Wenn Sie Frage 1 und eine weitere Frage mit Ja beantwortet haben, könnte dies auf einen Reizdarm hinweisen. Zur genaueren Klärung, sollten Sie einen Arzt aufsuchen – auch um andere Krankheiten auszuschließen.
Klinik Blankenstein, Klinik für Naturheilkunde, Direktor: Prof. Dr. med. André-Michael Beer, Im Vogelsang 5 – 11, 45527 Hattingen, Tel.: 02324/396-72485
Wichtig: bei der vorgestellten Patienten-Reportage handelt es sich um einen Einzelfall. Der individuelle Behandlungsbericht erhebt nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Bitte beachten Sie, dass meine Artikel in keinem Fall eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker ersetzen. Dieser Blog dient allein der medizinjournalistischen Information.
